Trumps gescheiterter Bluff

von Redaktion

Iran-Konflikt ohne Lösung

Nach dem erneuten direkten Angriff des Iran auf Israel griff US-Präsident Donald Trump am Sonntag zum Telefon. Sein Anruf galt Israels Premier Netanjahu, und die flehende wie vergebliche Botschaft war klar: Bloß keine Vergeltungsattacke. Immer deutlicher wird, dass das Terrorregime den Bluff Trumps durchschaut hat, der zunächst versucht hatte, mit apokalyptischen Drohungen wie dem Auslöschen des iranischen Volkes den Mullahs Konzilianz abzuzwingen. Doch nun ist deutlich geworden, dass die ausgerufene Waffenruhe und der von den USA angestrebte Friedensvertrag nie eine realistische Chance hatten, weil Trump deutlich Schwäche signalisierte.

Da er zuletzt mehrfach trotz seiner Drohungen nicht reagiert hatte, weiß Teheran, dass es vorerst freie Hand hat, was die nukleare Aufrüstung und die Versorgung der Bündnismilizen Hamas und Hisbollah mit Waffen und Material angeht. Der US-Präsident hat hoch gepokert und alles verloren – auch weil er in den USA klar gemacht hatte: Der Krieg dauerte ihm viel zu lange und langweile ihn. Gleichzeitig dürfte ihm die Kontrolle über Netanjahu vollends entgleiten, denn Israel kann Angriffe aus dem Iran nicht ignorieren, nur weil Trump der Fata Morgana eines Friedens weiter nachhängt. Netanjahu kann sich wohl nur damit trösten, bis zuletzt überhaupt Unterstützung der USA erfahren zu haben – unter einer Präsidentin Harris wäre das anders gewesen.

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