In Sachen Verspätungsmanagement kann die Lufthansa von der Bahn noch einiges lernen. Während viele Betroffene des Lufthansa-Streiks im April noch immer auf Entschädigung warten (das Service-Center hat leider, leider so viel zu tun), kommt die Entschädigung bei der Bahn binnen Tagen. Im allseits beliebten Bahn-Bashing geht oft unter, dass auch Fluggästen viel, viel Geduld abverlangt wird.
Deshalb ist es richtig, wenn die Fluggastrechte innerhalb der EU nicht ausgehöhlt werden. Einige EU-Staaten dringen auf eine Aufweichung, sodass es auf Langstreckenflügen erst ab sechs Stunden Verspätung eine Entschädigung gäbe. Das ist der falsche Ansatz. Denn natürlich sind am Himmel keineswegs immer die Fluglinien schuld, wenn es länger dauert. Aber wer Zahlungen abschafft und damit den Druck mindert, befördert eine zusätzliche Verschlechterung der Zustände.
Der Kompromissvorschlag von Deutschland und Frankreich ist deshalb gut. Wichtig wäre auch, klare Regeln einzuführen (ohne nervige Rechtsstreitigkeiten) und einen Automatismus gleich dazu. Warum müssen genervte Kunden noch nervige Formulare ausfüllen?