Dobrindt: Gewalt an den Rändern wächst

von Redaktion

Berlin – Mehr Gewaltdelikte, ein sprunghafter Anstieg bei Linkskriminalität und eine weitere Zunahme bei antisemitischen Straftaten. Die politisch motivierte Kriminalität hat in Deutschland im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin sagte, wurden 2025 insgesamt 85.837 Straftaten verzeichnet – fast zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Gewaltdelikte stiegen nach einer von Innenministerium und Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Statistik insgesamt um 1,2 Prozent auf 4156 Fälle. Dies ist nach Angaben von BKA-Präsident Holger Münch der höchste Stand seit 2016. Dobrindt zeigte sich besonders beunruhigt über die gestiegene Gewaltbereitschaft bei linksmotivierter Kriminalität. Hier erhöhte sich die Zahl der Gewaltdelikte um fast 43 Prozent auf 1087. Dobrindt nannte Körperverletzungen, Widerstand gegen Polizisten, Brandstiftungen, aber auch gewaltsame Auseinandersetzungen mit politischen Gegnern im „Straßenkampf“ bei Demonstrationen. Insgesamt stieg die Zahl linksextremistisch motivierter Kriminalität um ein Drittel auf 13.490 Fälle. Sie waren ein wesentlicher Faktor für den Anstieg bei politischer Kriminalität insgesamt.

Rechtsextremistisch motivierte Straftaten seien 2025 mit rund der Hälfte aller Fälle aber „mit Abstand“ der größte Bereich geblieben, sagte Dobrindt. Verzeichnet wurden 42.544 Fälle. Trotz seines leichten Rückgangs um 0,6 Prozent zeige dies erneut, „dass die größte Gefahr aktuell vom Rechtsextremismus ausgeht“, betonte der CSU-Innenminister, der auch hier auf den Anstieg der Gewaltdelikte verwies. Sie erhöhten sich um 7,4 auf 1598 Fälle.

Um fast fünf Prozent auf 5144 stiegen die Straftaten gegen Polizisten. Hier gab es 1715 Delikte aus dem linken Spektrum und 1581 aus dem rechten. Mehr als ein Fünftel waren dabei Gewaltdelikte.

Immerhin eine Tendenz der letzten Jahre scheint inzwischen ein wenig gebrochen: Die Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger nahmen um gut vier Prozent ab, blieben aber mit 5797 auf einem hohen Niveau. Dobrindt betonte, Anfeindungen gegenüber kommunalen Mandatsträgern hätten „an Schärfe“ zugenommen. 41 Prozent der Befragten einer Studie hätten angegeben, „dass sie in ihrer Amtszeit mindestens einen Vorfall erlebt haben, der für sie besonders belastend war“. Dobrindt zeigte sich grundsätzlich offen dafür, über den umstrittenen Strafrechtsparagrafen 188 zu diskutieren, der Beleidigung und Verleumdung von Personen des politischen Lebens unter Strafe stellt. Aus seiner Sicht gebe es jedenfalls mit Blick auf den Schutz von Kommunalpolitikern weiter „gute Gründe“ für die Bestimmung.

Bei religiös motivierten Straftaten verzeichneten die Behörden eine Zunahme um 5,7 Prozent auf 1983. Dobrindt sah „ein höheres Gefährdungspotenzial, besonders durch terroristische Anschläge“. Bei Reichsbürgern und Selbstverwaltern, die den deutschen Staat nicht anerkennen, wurden noch 666 Straftaten verzeichnet. Sie gingen damit um rund ein Drittel zurück. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verwies auf eine „abschreckende Wirkung“ durch das Vorgehen gegen diese Gruppen.

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