Gehören Wessis zum Volk? Höcke meint: eher nicht. © dpa
München – Wer ist deutsch, wer nicht? Thüringens AfD-Chef Björn Höcke zieht die Grenze offenbar enger als gedacht. Wessis sind in seinen Augen jedenfalls keine echten Deutschen, sondern „Deutsch sprechende Amerikaner“ mit Ersatzidentität. Das sagte er jüngst im Podcast der Schweizer „Weltwoche“.
Konkret meinte der 54-Jährige, die Menschen in Westdeutschland hätten sich von der US-amerikanischen Kultur „usurpieren“ lassen. In Ostdeutschland lebten dagegen noch „Deutsch sprechende Deutsche“. Daher rühre auch die Polarisierung zwischen Ost- und Westdeutschland.
Das ist auch deshalb ulkig, weil Höcke selbst Wessi ist. Er wurde in NRW geboren, wuchs in Rheinland-Pfalz auf und arbeitete als Lehrer in Hessen. Auch seine AfD-Landtagsfraktion hat zu etwa einem Viertel einen West-Hintergrund.
Im Netz machte der Satz schnell die Runde. Ein Nutzer schrieb: Wenn Westdeutsche keine echten Deutschen seien, nehme die Remigrationsdebatte ja richtig Fahrt auf. FDP-Chef Wolfgang Kubicki kommentierte ernst, es brauche keine Politiker, die „im 19. oder 20. Jahrhundert hängen geblieben sind“. Höcke bewege sich „deutschlandpolitisch auf dem Niveau der SED“.MMÄ