Der richtige Mann für Münchens Opernzukunft

von Redaktion

Generalmusikdirektor Petr Popelka

Besonders viele Opern hat er noch nicht dirigiert, er kommt eigentlich aus dem Symphonischen, hatte auch noch nie eine Chefposition an einem Musiktheater-Haus: Spricht das wirklich für Petr Popelka, Bayerischer Generalmusikdirektor ab 2029? Ja – weil überall, wo der gebürtige Tscheche aktiv ist, dies mit bester Prognose geschieht. Popelka ist keiner der ehrwürdigen Maestri und muss es auch nicht sein: Diesem traditionalistischen Dirigentenbild gehört nicht die Zukunft. Gefragt sind vielmehr Allrounder auf und abseits der Bühne, die sich und ihr Tun öffnen für breitere Publikumsschichten.

Popelka, Kontrabassist, Komponist und Dirigent, zählt zu dieser Spezies. Er agiert auf Augenhöhe mit Orchestermitgliedern und kann Menschen mit seiner empathischen Art sofort gewinnen. Insofern dürfte dieser Mann in seiner unverstellten Emotionalität nicht nur dem Publikum der Staatsoper guttun, sondern auch dem Staatsorchester, den Sängerinnen und Sängern. Mit seiner Verpflichtung geht das Haus ein Risiko ein. Popelka muss sich erst beweisen und steht dadurch unter Druck. Es spricht viel dafür, dass er das meistert. Auch als er Chef der Wiener Symphoniker wurde, haben sich viele gewundert – jetzt will ihn keiner mehr ziehen lassen. Für Serge Dorny, auf den die Idee Popelka zurückgeht, hat die Personalie übrigens einen Vorteil: Er festigt damit seine Position, sollte er über 2031 hinaus Intendant bleiben wollen.

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