Irans Außenminister Abbas Araghtschi. © Makeyeva/dpa
Washington/Teheran – US-Präsident Donald Trump hat einmal mehr ein baldiges Rahmenabkommen mit dem Iran zur Beilegung des Krieges in Aussicht gestellt. „Wir haben gerade eine großartige Einigung im Krieg mit dem Iran erzielt“, behauptete Trump im Weißen Haus. Die Dokumente sollten in Kürze fertiggestellt und vielleicht schon an diesem Wochenende in Europa unterzeichnet werden.
Auch die Islamische Republik spricht von einem bevorstehenden Abkommen. Die Absichtserklärung unter Vermittlung Pakistans habe noch nie so kurz vor dem Abschluss gestanden, so Irans Außenminister Abbas Araghtschi. Die iranischen Nachrichtenagenturen Mehr und Irna berichteten über einen angeblichen Entwurf, der sich wie eine Wunschliste Teherans liest. Demnach sehe die Einigung ein Ende der Kämpfe im Libanon, die Kontrolle des Iran über die Straße von Hormus, die Freigabe von iranischen Vermögenswerten und eine Fortführung der Urananreicherung vor.
Trump erklärte, diese Berichte über den Inhalt des Abkommens entbehrten „jeglicher Realität“. Die Iraner seien „sehr unehrenhafte Menschen“ und sollten „lieber die Kurve kriegen, und zwar schnell!“, erklärte Trump am Freitag. Zugleich drückte Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai fehlendes Vertrauen Teherans in Washington aus. Die US-Seite verändere ihre Positionen immer wieder.
Trump hatte schon mehrere Male behauptet, eine Einigung auf einen Deal mit dem Iran sei nahe – der US-Fernsehsender CNN zählte genau 39 Mal. Doch die Verhandlungen gerieten immer wieder ins Stocken. Diesmal erklärte Trump, nach seinem Verständnis habe Irans Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei einem Rahmenabkommen bereits zugestimmt.
Nur Stunden zuvor hatte der US-Präsident seine für Donnerstagabend angekündigten neuen Angriffe auf den Iran abgesagt. Auf Truth Social hatte er gedroht, in nicht allzu ferner Zukunft die für Irans Ölindustrie wichtige Insel Charg einzunehmen. Den folgenden Rückzieher begründete er damit, dass die Gespräche die höchste Ebene im Iran erreicht hätten.