Sind die Lehrpläne noch zeitgemäß?

von Redaktion

Ende des Abiturs in Bayern

Das erste G9-Abitur in Bayern ist Geschichte, am Freitag bekamen die Schüler ihre Noten. Auch für die Lehrer enden damit anstrengende Wochen, nicht zuletzt weil es immer aufwendiger wird, das Schummeln mit KI-Hilfsmitteln zu verhindern. Die Verbände fordern neue Strategien.

Aber mal ehrlich: Reicht das? Brauchen wir nicht eine viel grundlegendere Debatte über die Zukunft unseres Schulsystems? Die technische Entwicklung mit KI schreitet atemberaubend schnell voran. Ganz praktisch: Die frischgebackenen Abiturienten stehen schon jetzt bei der Wahl eines Studienfaches vor der Frage, ob es diesen Job nach der Abschlussprüfung überhaupt noch gibt oder wie er aussieht. Sie lassen ihre Bewerbungsschreiben von der Künstlichen Intelligenz verfassen, Arbeitgeber und Universitäten setzen dann KI ein, um die Bewerbungen zu filtern. Eigentlich verrückt!

Niemand kann diese Entwicklung wirklich abschätzen, niemand hat Antworten auf die Frage, was die Schule der Zukunft noch vermitteln soll. Und klar ist auch: Der Mensch sollte nicht im gleichen Maße dümmer werden, in dem die Technik schlauer wird. Und dennoch: Die Prioritäten werden sich verschieben. Emotionale Intelligenz, Kommunikations- und Teamfähigkeiten, ganzheitliches Denken werden in der KI-Welt immer wichtiger, ebenso der kritische Umgang mit ethischen Fragen. Vermutlich wichtiger als Biedermeier und Vormärz in Deutsch oder der Accusativus cum infinitivo in Latein. Rhetorik gewinnt an Bedeutung, das Essayschreiben rückt nach hinten. All dies wird die Schule in ihren Lehrplänen mehr berücksichtigen müssen.

Artikel 1 von 11