Die Deutsche Friedensgesellschaft hat die Premiere des Veteranentages vor einem Jahr als „Militarismus pur“ bezeichnet. Das ist arg zugespitzt, vielleicht ignorant, aber nach den Maßstäben der Aktivisten eher moderat. Früher haben sie Soldaten Särge vor die Nase gestellt. Zum Probeliegen.
Die gesellschaftliche Debatte über die Bundeswehr ist gefährlich verrutscht, auch wenn die Soldaten es nie leicht hatten. Als noch die Wehrpflicht herrschte, galt der Dienst vielen als lästig, aber schwer vermeidbar. Überzeugung gab es selten, Verdrängung immer öfter. Eine unsägliche, aber durchaus verbreitete Meinung lautete früher „Mörder in Uniform“.
Das ist auf vielen Ebenen falsch und infam. Die Bundeswehr war immer eine Verteidigungsarmee. Gerade jetzt, mit einem Krieg in unmittelbarer Reichweite, ist es wichtig, auf diesen Fakt hinzuweisen. Nicht deutsche Soldaten stehen für eine militärische Eskalation. Im Gegenteil: Sie sollen gestärkt werden, damit die Lage nicht weiter eskaliert.
Dass die Menschen sich Sorgen machen, ist verständlich, die Zeiten sind wahrlich beängstigend. Falsch ist die Konsequenz daraus – die Anfeindung derer, die einem Feind entgegentreten würden. Die Lage ist zu komplex für Parolen wie „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“. Der Krieg kommt ganz von allein. Jeder Ukrainer kann es bestätigen.
Umso wichtiger ist der Veteranentag, Auch um der Bundeswehr zu signalisieren, dass der Großteil des Landes sehr wohl hinter ihr steht. Und Fakt ist: Sollte irgendwann ein Ernstfall eintreten, werden auch jene, die sie jetzt verteufeln, von ihr verteidigt werden.