Fäuste und Frieden für Trump

von Redaktion

Bizarres Spektakel: Die Arena für die Käfigkämpfe der Profiliga UFC auf dem Südrasen vor dem Weißen Haus. © Alex Brandon/dpa

Washington – Die eine große Bühne ist längst aufgebaut. Auf dem Südrasen des Weißen Hauses steht seit Wochen eine riesige Arena, um anlässlich des 80. Geburtstages von US-Präsident Donald Trump am Sonntagabend martialische Käfigkämpfe der Profiliga Ultimate Fighting Championship (UFC) auszutragen. Offiziell ist zwar der 250. Unabhängigkeitstag des Landes der Anlass. Aber der jährt sich erst am 4. Juli.

Schon im Jahr zuvor, an Trumps 79. Geburtstag, hatte in der Hauptstadt eine Großveranstaltung stattgefunden, die auf reichlich Kritik stieß: Vor den Augen des Präsidenten wurde eine Militärparade zelebriert – mit schweren Panzern, Fallschirmspringern und Helikoptern. Offizieller Anlass war damals ein Festakt zum 250. Gründungsjubiläum des US-Heeres. Für viele im Land wirkte die Inszenierung jedoch eher wie ein persönliches Geschenk für den Präsidenten. Ein Eindruck, der nun erneut aufkommt.

Es sollte nicht der einzige feierliche Anlass sein, den Trump für seinen Jubeltag (zu den Gratulanten zählen Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj) geplant hatte. Doch auf der weltpolitischen Ebene lassen sich die Ereignisse nicht so einfach im Sinne des Präsidenten inszenieren. Und so ist bis zuletzt offen, ob es wirklich zu einer Vereinbarung über das Ende der Kriegshandlungen zwischen den USA und Iran kommt. Zunächst sieht es gut aus, selbst aus Teheran sind optimistische Stimmen zu vernehmen. Eine Einigung sei nahe, heißt es aus dem Außenministerium. Doch dann kommt es wieder mal ganz anders.

Trotz der Aussicht auf eine Unterzeichnung greift die israelische Armee erneut Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut an. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf zieht daraufhin weitere Gespräche mit den USA in Zweifel.

„Wenn Ihr nicht den Willen oder die Fähigkeit habt, Eure Verpflichtungen einzuhalten, dann ist es sinnlos, darüber zu sprechen, diesen Weg weiterzugehen“, erklärt der iranische Verhandlungsführer Ghalibaf im Onlinedienst X. Die jüngste Attacke habe gezeigt, dass die USA entweder ihre Zusagen nicht einhalten wollten oder dies nicht könnten.

Der Iran macht ein Abkommen mit den USA von einer umfassenden Waffenruhe auch im Libanon abhängig. Prompt drohen die Revolutionsgarden (IRGC) Israel mit Gegenschlägen. „Es besteht kein Zweifel, dass diese Verbrechen nicht unbeantwortet bleiben werden“, sagt ein IRGC-Sprecher im iranischen Staatssender Irib. Dennoch kündigt Präsident Masud Peseschkian an, „dass der Weg des Dialogs weiter verfolgt werden soll“.

Und Trump? Der Präsident kritisiert den israelischen Angriff scharf. Dieser „hätte nicht passieren dürfen“, erklärt er und verweist auf das angestrebte Abkommen. Man stehe kurz vor einer Einigung, da sollten sich alle Seiten zurückhalten. Speziell über Israels Premier Netanjahu schimpft er ausgiebig („Er hat kein verdammtes Urteilsvermögen“), glaubt aber unverändert an einen zeitnahen Abschluss der Verhandlungen. „In wenigen Stunden“ solle es so weit sein.MB/AFP

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