KOMMENTAR

Verantwortung im digitalen Zeitalter

von Redaktion

KI-Einsatz in der Politik

Ja, keine einzige Branche kann sich dem rasanten Voranschreiten der Künstlichen Intelligenz (KI) verwehren – auch nicht der gern etwas verstaubte Politbetrieb. Das Credo: Mitgehen, statt abgehängt zu werden. Wenn also der Digitalminister zwischen Bürgerdialogen, Fachdiskussionen und Eröffnungsansprachen KI zur Hilfe nimmt, ist das auf dem Stand der Technik und vollkommen legitim. Nebenbei spart das in Zeiten von klammen Staatskassen teure Redenschreiber.

Bei Gastbeiträgen in Zeitungen oder bei staatstragenden Reden aber fast ausschließlich die KI für sich arbeiten zu lassen und das nicht kenntlich zu machen, verfehlt den politischen Auftrag. Wie soll Verständnis oder Bürgernähe erzeugt werden, wenn der Eindruck entsteht, dass sich Volksvertreter nicht mehr selbst die Mühe machen, die Menschen anzusprechen? Entlarven sich Politiker damit nicht als austauschbar? Und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt hat offenbar nicht einmal mehr Standards eingehalten – mehrere Zitate in seinem Gastbeitrag sind nicht zuordenbar. Eine solche KI-Anarchie fördert den Vertrauensverlust. Also: Nutzung ja, aber bitte mit Verantwortung!

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