Er hat ihn herbeigeprotzt, herbeigedroht, herbeigefleht. Ungefähr 40 Mal kündigte Donald Trump in den vergangenen Monaten einen Deal mit dem iranischen Regime an, so oft, dass ihn kaum mehr jemand ernst nahm. Jetzt steht ein Abkommen, das zwar noch keinen Frieden, aber ein weiteres Schweigen der Waffen bedeutet. Trump wird das zweifelsohne als großen Sieg verkaufen, dabei ist er auf ganzer Linie gescheitert.
Keines der von ihm oder seinem Umfeld formulierten Kriegsziele wurde erreicht. Das Regime hat nicht nur überlebt, sondern seine Macht im Land und in der Region gefestigt. Die Uranvorräte sind noch immer in seinen Händen, das Atomprogramm allem Anschein nach nicht vernichtet. Auch über einen Großteil ihrer Raketen verfügen die Machthaber noch. Vom iranischen Volk, dessen Freiheitshoffnung sich als bittere Illusion entpuppte, ganz zu schweigen.
Die Wahrheit ist: Der US-Präsident, der sich ohne Plan in den Krieg gestürzt hatte und innenpolitisch massiv unter Druck geriet, brauchte ein Abkommen um (fast) jeden Preis. Gelandet ist er nun in einem Zustand, der kein Deut besser ist als jener vor dem Krieg. Soweit man weiß, sind die einzigen „Zugeständnisse“ Teherans die Öffnung der Straße von Hormus (die ja erst wegen des Kriegs dicht war) und ein Verzicht auf Atomwaffen. Das sagte das (noch gemäßigtere) Regime schon 2015 Barack Obama zu. Es war damals so wenig wert wie heute.
Wie man es dreht und wendet, die USA stehen – Merz hatte Recht – gedemütigt da, während sich die Mullahs in dem Gedanken suhlen können, der mächtigsten Militärmacht der Welt widerstanden zu haben. Dass sie in den nächsten zwei Verhandlungs-Monaten echte Kompromisse eingehen: schwer vorstellbar. Die Zeit spielt für sie; Trump hat, die Zwischenwahlen vor der Brust, keine echten Druckmittel in der Hand. Dabei sind entscheidende Themen ungelöst: was ist mit dem Nuklearprogramm, was mit Teherans Proxies (Hisbollah, Hamas, Huthis)? Statt einer Lösung droht Verschleppung, so wie in Gaza. Die Hamas ist dort bis heute nicht entwaffnet.
Vielleicht weiß es der Käfigkämpfer im Weißen Haus noch nicht, aber noch etwas ist dahin: die Furcht vor ihm. Putin lacht, Xi lacht, die Mullahs lachen. Trump ist an ihnen allen gescheitert.