KOMMENTAR

Die Autokrise erreicht das stolze München

von Redaktion

Sparkurs bei BMW

BMW trotzte der deutschen Autokrise in den vergangenen Jahren mit breiter Brust. Dass nun auch bei den erfolgsverwöhnten Münchnern plötzlich Sparkurs und Stellenabbau im Raum stehen, zeigt: Die fetten Jahre im deutschen Autobau sind erst einmal vorbei.

Wer nun reflexartig auf E-Mobilität und Verbrenner-Aus schimpft, greift zu kurz. Die jüngste Krise rührt ausgerechnet daher, dass die Chinesen nun angesichts hoher Spritpreise einen großen Bogen um deutsche Verbrenner machen. Das schmerzt nicht nur BMW, auch von anderen Herstellern drohen weitere schlechte Nachrichten. Denn zur Wahrheit gehört: Aus Deutschland kommen zwar wieder viele tolle Modelle, auch elektrische. Sie sind aber nicht nur für inflationsgebeutelte Chinesen schlicht zu teuer. Auch deshalb muss etwas Speck aus den fetten Jahren weg.

Diesen unangenehmen Job hat bei BMW der Mitte Mai gegangene Ex-Chef Oliver Zipse seinem Nachfolger Milan Nedeljković überlassen – kein schöner Start. Immerhin sieht es bisher nicht so aus, als würde der Münchner Konzern auf eine Radikaldiät setzen, wie man es momentan in Wolfsburg tut.ANDREAS.HOESS@OVB.NET

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