Lukaschenko geht auf Distanz zu Putin

von Redaktion

Moskau – Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko glaubt nicht mehr an einen russischen Sieg gegen die Ukraine: In einem Interview mit dem TV-Sender Al-Arabija geht der belarussische Diktator überraschend auf Distanz zum Kreml und dürfte damit Wladimir Putins Zorn auf sich ziehen. Lukaschenko rief Russland und die Ukraine zur Kompromissbereitschaft auf, um den seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg zu beenden. Ein militärischer Sieg sei für beide Seiten unrealistisch, sagte der enge Verbündete Putins. Zwar rückten die russischen Truppen weiter vor, jedoch litten beide Kriegsparteien unter einem Mangel an Soldaten.

Lukaschenko erklärte weiter, dass die Ukraine von seinem Land nichts zu befürchten habe. Nach Darstellung von „Kyiv Independent“ bat er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sogar um Entschuldigung für vorherige, scharfe Äußerungen. Gleichzeitig betonte Lukaschenko jedoch, dass auch der ukrainische Präsident in seinen Äußerungen vorsichtiger sein sollte. Selenskyj hatte kürzlich angedeutet, dass russische Angriffe auch von belarussischem Gebiet ausgehen könnten.

Belarus hatte Russland 2022 den Einmarsch in die Ukraine über sein Territorium gestattet und die Stationierung russischer Atomwaffen geduldet.KR

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