Was der G7-Gipfel gebracht hat

von Redaktion

Sitzordnung im Saal: Trump zwischen Macron und Starmer, daneben dann Merz. © Kappeler/dpa, Jacovides/AFP

Ein gut gelaunter US-Präsident Trump. © Kappeler/dpa

Hinter den Kulissen des „Familienfotos“: Die Fotografen knipsen die G7-Gäste.

Évian – Die Musikauswahl spricht Bände. „Love Is a Long Road.“ Mit diesem Song über eine schwierige Liebesbeziehung hat der französische Präsident Emmanuel Macron auf Instagram die Ankunft von US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel in Évian unterlegt. Nach drei gemeinsamen Tagen am Genfersee überwiegt die Annäherung aber. Ein Blick auf die Erfolge des Gipfels.

Der Sinn der Gipfel führender westlicher Industrienationen wurde immer wieder infrage gestellt. Vor allem nachdem Trump als Erster eine Gipfelerklärung nachträglich platzen lassen hat und er 2025 einfach einen Tag früher abreiste. Diesmal blieb er bis zum Schluss. Vielleicht, weil er unbedingt noch mit Macron im Schloss Versailles speisen wollte.

Die Bilanz des Kanzlers jedenfalls ist positiv. „Es ist das erste Mal überhaupt seit dem Amtsantritt von Präsident (Donald) Trump, dass wir bei einem G7-Gipfel eine gemeinsame Erklärung abgeben“, sagte Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch. Dies sei „wirklich ein Erfolg“. Er schwärmte von „einer wirklich großen transatlantischen und europäischen Einigkeit“.

Grund für die neue Harmonie ist der Iran-Deal. Zwar wird das Abkommen von vielen wegen zu großer Zugeständnisse an den Iran kritisiert. Aber die Erleichterung über ein Ende der Kämpfe und die bevorstehende Öffnung der Straße von Hormus, der wichtigsten Handelsroute für Öl, ist groß. Bei einem möglichen Hormus-Einsatz der Bundeswehr sieht Merz aber noch „keinen Zeitdruck“.

Unterzeichnet werden könnte das Rahmenabkommen laut Trump sogar früher als geplant – vielleicht schon heute, vielleicht von ihm persönlich. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter hat den vorab verbreiteten Wortlaut des Dokuments bestätigt. Laut dpa zielt das Abkommen auf die „sofortige und dauerhafte Beendigung der militärischen Operationen an allen Fronten, einschließlich im Libanon“, ab. Geplant ist zudem eine Phase von 60 Tagen, in der Washington und Teheran abschließend verhandeln – auch über die heikle Frage des iranischen Atomprogramms. Sollte sich Teheran aber nicht an die erzielte Waffenruhe-Vereinbarung halten, drohte Trump bereits: „Wenn sie sich nicht benehmen, werden wir direkt wieder damit beginnen, Bomben mitten auf ihre Köpfe zu werfen.“

Die Europäer sehen nach dem Harmoniegipfel nun eine Chance, dass es auch bei den Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs zu einem Durchbruch kommen kann. Erstmals seit Langem sehen sie sich dabei wieder auf einer Linie mit Trump, der das Interesse an diesem Konflikt verloren zu haben schien. Alle G7-Staaten wollen die Sanktionen verschärfen, auch im Öl- und Gassektor. Zudem wurde vereinbart, die Lieferung von weitreichenden Waffen und Luftverteidigungskapazitäten auszuweiten. „Russland sollte sich auf einen Deal einlassen“, erklärte Trump.

Um das Risiko der Erpressbarkeit durch Länder wie China zu verringern, wollen die G7-Staaten zudem Obergrenzen für die Einfuhr bestimmter Rohstoffe erreichen. Ziel sei es, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten außerhalb der G7 und ihrer Partnerländer bei seltenen Erden und Permanentmagneten bis 2030 auf unter 60 Prozent zu senken. Und auch die Wirtschaft soll wieder auf einen ausgewogenen und nachhaltigen Wachstumskurs gebracht werden. Die Widerstandsfähigkeit müsse gestärkt und dauerhafte Marktverzerrungen, Überkapazitäten und Ungleichgewichte müssten bekämpft werden, heißt es in der Erklärung.

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