Mit Ideen von gestern gegen Probleme von heute

von Redaktion

Deutschland in Zeiten der KI

Erst die Gewinnwarnung von BMW. Nun eine letztlich trostlose Hauptversammlung von VW. Beides zeigt: In der globalen Automobilindustrie tobt ein erbarmungsloser Wettbewerb. Deutsche Hersteller haben durch Produktionsverlagerungen in billigere Länder reagiert. Das rettete die Rendite für eine Weile – doch auf lange Sicht sind üppige Gewinnmargen nur bei einem riesigen technischen Vorsprung zu halten. Der ist perdu. Wir werden Bescheidenheit lernen müssen.

Das Problem ist nicht nur eines der Industrie. Sondern eines, das die gesamte Gesellschaft betrifft. Insbesondere die Politik. Wir kämpfen mit Sozialreförmchen aus dem Ideenlabor von vorgestern gegen Probleme von gestern. Und wir verschließen die Augen vor den Herausforderungen von heute. Von morgen und übermorgen gar nicht erst zu reden.

Ein Beispiel ist das Bildungssystem. Da zwingt man junge Menschen in einen Wettbewerb um überwiegend reproduktive Fähigkeiten. Darin sind Systeme der Künstlichen Intelligenz heute schon überlegen. Dieser Vorsprung wird wachsen. Wir halten KI aus unseren Lehrplänen fern. Dabei müssten wir die Generationen der Zukunft darin ertüchtigen, sie kreativ zu verstehen und zu nutzen. Wir schicken die junge Generation in einen Wettlauf, der an das Märchen vom Hasen und dem Igel erinnert. Und in dem man nur eines lernen kann: Die Maschine ist immer schon da. Wer sich dem nicht stellt, wird vor Erschöpfung umfallen.

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