Pantisano mit Fehlstart als neuer Linken-Chef

von Redaktion

Ist die CDU faschistisch? Luigi Pantisano. © dpa

Berlin – Luigi Pantisano hat als neuer Linken-Chef keinen einfachen Start. Eher das Gegenteil. Die Delegierten des Potsdamer Bundesparteitags wählten ihn zwar zum Vorsitzenden, verpassten ihm aber gleich einen deutlichen Dämpfer: Nur gut 53 Prozent stimmten am Samstag für Pantisano. Das schwache Ergebnis dürfte sich der Bundestagsabgeordnete selbst zuzuschreiben haben, denn mit Äußerungen zur Union hatte er zuvor auch parteiintern für Irritationen gesorgt.

Der „Bild“ sagte er am Samstag, es gebe „gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst“. Zuvor hatte sich Pantisano aber noch für mögliche Bündnisse mit der CDU auf Landesebene ausgesprochen, um eine AfD-Regierung zu verhindern.

Auf dem Parteitag warf Pantisano der „Bild“ dann vor, seine „zugespitzte Aussage“ aus einem „gewissen Kontext“ gerissen zu haben. Er betonte, dass er ein Mensch sei, der deutliche Worte finde und auch polarisiere. Von seinen Aussagen rückte der 46-Jährige aber nicht wirklich ab: Die CDU mache „aktuell in vielen Teilen die Politik der AfD“, sie mache „schon teilweise faschistische Politik“.

Während Pantisano einen holprigen Start hinlegte, wurde van Aken mit großem Applaus als Parteichef verabschiedet. Der 65-Jährige hinterlässt große Fußstapfen: Die Linke war schon abgeschrieben, erlebte aber in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Aufschwung, auch dank ihrer Spitze. Ob es Pantisano gelingt, an den Erfolg anzuschließen, bleibt abzuwarten. Der neue Parteichef zeigte sich in seiner Rede am Sonntag auf jeden Fall demütig. „Das ist nicht das Ergebnis, das ich mir gewünscht habe“, sagte er zu seiner Wahl. Es sei aber „eine ehrliche Bestandsaufnahme“. Er müsse sich jetzt, das Vertrauen seiner Partei erarbeiten und in seine neue Rolle hineinwachsen.

Als Sohn italienischer Gastarbeiter wurde Pantisano 1979 in Waiblingen bei Stuttgart geboren. Er sei stolz darauf, dass er als Arbeiterkind mit Migrationsgeschichte studieren konnte. Seine ersten politischen Schritte machte Pantisano in der baden-württembergischen Kommunalpolitik: Fast zehn Jahre lang war er Stadtrat in Stuttgart, 2020 kandidierte er zudem für das Amt des Oberbürgermeisters in Konstanz. Der studierte Architekt und Stadtplaner schaffte es in den zweiten Wahlgang und unterlag nur knapp dem CDU-Amtsinhaber.ALEXANDER WENZEL

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