Kiew – Im Geschichtsstreit zwischen Polen und der Ukraine hat der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj einen umstrittenen Orden nach Warschau zurückgeschickt. Er verstehe, dass der „Orden des Weißen Adlers“ eine besondere Ehrung darstelle, erklärte Selenskyj. „Es ist ein Symbol des höchsten Vertrauens der Republik Polen.“ Ein derartiges Symbol brauche Verdienst, aber auch Respekt für die Werte, die die Basis der Gesellschaft formen. Eine Reihe früherer Präsidenten verzichtete aus Protest ebenfalls auf den Orden.
Hintergrund ist die Entscheidung des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki, Selenskyj in einem Streit um Geschichte den „Orden des Weißen Adlers“ abzuerkennen. Selenskyj hatte den Streit Ende Mai ausgelöst, als er einer Armee-Einheit den Beinamen „Helden der UPA“ verlieh. Kiew ehrt das Andenken an die Untergrundkämpfer der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA), weil sie nach dem Zweiten Weltkrieg Widerstand gegen die Sowjetherrschaft leisteten. Während des Krieges hatten die Bewaffneten aber Massaker an zehntausenden Polen und Juden in der heutigen Westukraine verübt.
Der polnische Präsident hatte in einer Erklärung beteuert, die Aberkennung sei „nicht gegen die ukrainische Nation gerichtet“ und ändere nichts an der strategischen Ausrichtung der polnischen Sicherheitspolitik. Inzwischen wollen aber auch andere ukrainische Politiker ihren Orden zurückgeben.