KOMMENTAR

Umgang mit Trump, Lektion Nummer 187

von Redaktion

Meloni wehrt sich

Es gab Zeiten, da konnte sich Italiens Regierungschefin vor Trump-Komplimenten kaum retten. Der US-Präsident bezeichnete Giorgia Meloni als „Freundin“, als „fantastische Anführerin“, einmal gar als „schöne junge Frau“. Aus, vorbei. Seit Tagen keifen sich die beiden öffentlich an wie zwei Teenager im Hormonrausch. Meloni habe sich ein Foto mit ihm erbettelt, behauptet Trump. Lüge, sagt Meloni.

Interessant daran ist nicht das leidige Sandkasten-Niveau des 80-Jährigen, der diesen Streit bewusst provozierte – weil Meloni einmal zu oft nicht so tat, wie er wollte. Interessant ist die Reaktion. Die Italienerin moderiert nicht ab, hält nicht still, sie gibt frech („Meine Beliebtheit geht dich nichts an“) Kontra. Das mag nach den etwas peinlichen G7-Festspielen, bei denen Macron die goldschweren Tore von Versailles öffnete, um Trump einzuseifen, schräg wirken. Klammer auf: stimmt. Aber vielleicht ist eine Doppelstrategie ja der richtige Umgang mit dem Unwägbaren. Taktische Schleimerei wenn nötig (siehe Versailles); ab und an deutlich Rückgrat zeigen, wenn der Rowdy zu wild wird. Trump, der heute lobt und morgen verdammt, macht es genauso.

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