Sechs Premierminister hat das Königreich seit dem Brexit verschlissen, bald darf der siebte ran. Natürlich ist Andy Burnham anders als seine Vorgänger, eines aber teilt er sich mit ihnen: die Erwartung, dass nun endlich alles besser wird, dass sein Schwung ausreicht, um die zahlreichen Probleme des Landes zu lösen. Jetzt aber wirklich.
Das liegt auch daran, dass Burnham als tatkräftiger Typ gilt, einer, dem man es zutraut. Vor allem aber ist es ein Symptom dieser Zeit. Politisches Handwerk ist zäh, es müht sich langsam an den komplexen Problemen der Gegenwart ab, scheitert oft. Also braucht es nicht weniger als einen Erlöser, der den Knoten durchschlägt – und das bitte subito. Anderswo ist das ähnlich: Vom Jubel um Merz bis zu den ersten Kanzlertausch-Gerüchten hat es ein Jahr gedauert.
Nichts gegen eine charismatische Führungsfigur – wenn sie Gutes im Sinn hat. Aber der Glaube, der Erfolg von Politik sei per Knopfdruck und Personaltausch herbeizuführen, führt regelmäßig in die Irre. Dahinter steckt eine Populisten-Logik, die seriöse Politik kaum einhalten kann. Das wird auch Burnham bald merken, dem das Beste zu wünschen ist.