Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen könnte laut BKK Bayern leiden. © dpa
München – In der anhaltenden Debatte über die Sparmaßnahmen zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge fällt auch immer wieder ein Vorschlag: die 93 Gesetzlichen Krankenkassen zu reduzieren. Zuletzt hatte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ins Spiel gebracht, eine Mindestgröße für Kassen vorzuschreiben – etwa 500.000 bis 750.000 Versicherte.
Der Betriebskrankenkassen Landesverband (BKK) Bayern warnt für dieses Szenario jetzt vor negativen Folgen – gerade für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen. In einem Hintergrundpapier, das unserer Zeitung vorliegt, erläutert der Landesverband, dass durch einen gesetzgeberischen Eingriff in die Kassenlandschaft „zahlreiche Zusatzangebote entfallen würden“.
In dem Papier führt der Landesverband auf, welche Angebote für Kinder und Jugendliche abseits der Regelversorgung der Gesetzlichen Krankenversicherung in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e. V. (BVKJ) bereits entstanden sind. Dazu zählen demnach Babychecks in den ersten Lebensmonaten, zusätzliche Augenuntersuchungen, Sprachbeurteilungen, Grundschul- und Jugend-Gesundheits-Checks, Impfberatungen, Screenings zur Früherkennung von Allergien, Depressionen und Mediensucht sowie Gesundheitscoachings. „Die Betriebskrankenkassen sind mit diesen Zusatzangeboten seit vielen Jahren Impulsgeber und können aufgrund ihrer Größe und Struktur viel flexibler auf veränderte Herausforderungen in der Therapie bzw. in der Behandlungspraxis reagieren“, erklärt Ralf Langejürgen, Vorstand des BKK Landesverbandes Bayern.
Diese Versorgungsinnovationen seien möglich, weil der Gesetzgeber den staatlichen Krankenkassen und Ärzten aktuell noch die notwendigen Freiheiten in der Vertragsgestaltung lasse, heißt es in dem Papier. Durch eine Reduktion der Kassen drohe diese Innovationskraft verloren zu gehen. Konkret seien fünf Studien gefährdet.HUD