Bukarest – Das Parlament in Rumänien hat die Wahl des pro-westlichen Politikers Adrian Vestea zum neuen Regierungschef verweigert – und die politische Krise in dem EU- und Nato-Staat damit nochmals verschärft. Der von Präsident Nicusor Dan für den Posten nominierte Vestea erhielt am Montagabend von beiden Kammern des Parlaments in Bukarest nur 189 Stimmen – für seine Wahl nötig gewesen wären 233 Stimmen.
Rumänien ist seit Anfang Mai ohne Regierung. Die nun geplante Wahl eines neuen Ministerpräsidenten scheiterte daran, dass ein Teil der Abgeordneten vor der Stimmabgabe den Saal verließ. Zu ihnen zählten die Vertreter der rechtsradikalen Partei AUR, die 90 Parlamentarier stellt. Vestea kritisierte dieses Verhalten – und mahnte eine schnelle Lösung an: „47 Tage ohne Regierung haben uns bereits einen zu hohen Preis gekostet: EU-Gelder, Vertrauen und Zeit, die wir nie wieder zurückgewinnen werden“, schrieb er auf Facebook. „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Verantwortung Vorrang haben muss vor jeglichem politischen Kalkül.“