Beim Saarbrücker Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit (Cispa) soll all das entwickelt werden, was unsere KI- und Internet-getriebene Zukunft sicherer macht – Schutz gegen Cyber-Kriminalität, aber auch gegen Ideenklau und Hacker-Attacken ausländischer Mächte. Dass nun ausgerechnet bei Cispa ein Einfallstor für mögliche chinesische Spionage sein soll, ist peinlich und alarmierend.
Andererseits zeigt das Beispiel aber auch, wie schwierig es in einer globalisierten Welt ist, nationale Sicherheitsinteressen zu wahren. Cispa versteht sich als „Elite-Ausbildungsstätte für die nächste Generation von Cybersicherheitsexperten“ – und solch eine Elite lässt sich sicher nicht nur im Saarland rekrutieren, genauso wenig wie unsere Münchner Vorzeige-Unis TU und LMU nur auf Studierende und Wissenschaftler aus dem Oberland setzen können.
Aber genauso fragwürdig ist es, bei sicherheitsrelevanten Fragen mit der Freiheit der Wissenschaft zu argumentieren, wie es Cispa-Chef Michael Backes tut. Xi verfolgt sein Ziel, China zur führenden Technologiemacht der Welt zu entwickeln, auch mit Spionage in Wissenschaft und Forschung. So bitter es deshalb ist, wenn unser Verfassungsschutz ausländische Wissenschaftler in sensiblen Bereichen überprüfen muss: In unserer von Cyberkriegen und Wirtschaftsspionage geprägten schönen neuen Welt darf man sich Naivität wie bei Cispa nicht erlauben.KLAUS.RIMPEL@OVB.NET