Die digitale Droge namens Social Media

von Redaktion

Debatte um Altersgrenze

Einmal kurz das Smartphone ausgepackt – Zack! Drei Stunden verscrollt. Wie sehr Soziale Medien in ihren endlosen Bann ziehen, weiß jeder digitale Nutzer nur zu gut. Das ist ärgerlich, in Teilen aber auch problematisch – da ein großer Teil der Nutzer minderjährig und damit besonders schutzbedürftig ist. Laut dem Digitalverband Bitkom sind nämlich 83 Prozent der 10(!)- bis 18-Jährigen täglich auf Tiktok, Instagram und Co. unterwegs. Ab 14 Jahren sind es ganze 94 Prozent.

Momentan gibt es für diese vulnerable Gruppe im digitalen Raum aber keine Regeln, keine Grenzen. Junge Menschen werden dort neben Essens- und Lifestyleinhalten mit Gewaltvideos, problematischen Körper- und Rollenbildern, Hass und Hetze konfrontiert. Hinzukommen bewusst süchtigmachende Algorithmen, die die Nutzungsdauer exorbitant nach oben schießen lassen – ja, unkontrolliert.

Nur weil der digitale Raum so schwer greifbar ist, kann die Gesellschaft nicht einfach zuschauen, wie eine ganze Generation in eine tiefgreifende Sucht getrieben wird. Wie diffus die Gemengelage aber bei einem Social-Media-Verbot ist, zeigen allein die Empfehlungen der Kommission, die zwei Optionen dazu vorlegt: eine gesetzliche Altersgrenze oder ein Light-Verbot mit großem Abspracheaufwand.

Dabei geht es bei einem strikten Verbot nicht darum, von staatlicher Seite in den privaten Raum einzugreifen, sondern die milliardenschweren Tech-Konzerne in die Verantwortung zu nehmen. Die Plattformen müssen schlicht den Jugendschutz adäquat umsetzen und Altersgrenzen kontrollieren. In Nachtclubs sind auch die Betreiber dafür zuständig. Ja, es wird immer passieren, dass sich Kinder diesen Regeln widersetzen. Doch ein Verbot bietet Eltern und Lehrern eine Argumentationshilfe und stärkt dabei massiv das Problembewusstsein für die digitale Droge namens Social Media!

Artikel 1 von 11