Frankreich: Neuer Schlag gegen Schattenflotte

von Redaktion

Brest – Die französische Marine hat im Mittelmeer zum fünften Mal einen aus Russland kommenden Öltanker festgesetzt. „Wir lassen es nicht zu, dass die Schattenflotte die Sanktionen umgeht und den russischen Krieg finanziert“, erklärte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er postete ein kurzes Video, auf dem ein Hubschrauber über dem Schiffsdeck zu sehen ist sowie mehrere Soldaten, die mit vorgehaltener Waffe in das Innere des Schiffes eindringen.

Der Öltanker „Deliver“ war nach Angaben der Mittelmeer-Präfektur in Toulon unter falscher kamerunischer Flagge in der Nähe von Sizilien unterwegs und kam aus dem russischen Primorsk. Das UN-Seerechtsübereinkommen erlaube das Aufbringen von Schiffen, wenn Verdacht auf falsche Beflaggung besteht, betonte die Behörde. Die Prüfung der Dokumente habe Zweifel an der Rechtmäßigkeit der geführten Flagge bestätigt, erklärte die Präfektur. Sie erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Marseille, welche das Umleiten des Schiffes anordnete. Die französische Marine begleitet den Frachter derzeit zu einem Ankerplatz.

Der Tanker steht unter Verdacht, unter Umgehung der internationalen Sanktionen russisches Öl zu transportieren. Frankreich hatte zuvor bereits vier Schiffe der russischen Schattenflotte festgesetzt. Zwei von ihnen wurden zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen dieser Flotte umgeht Russland Sanktionen.

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