Eine Statue von Bischof Hengsbach wurde 2023 abgebaut. © dpa
Essen – Der frühere Essener Kardinal Franz Hengsbach (1910–1991) soll sexualisierte Gewalt gegen mindestens drei minderjährige Mädchen ausgeübt haben. Forschende schätzen die Vorwürfe als gut belegt ein. Schlüssig erscheint ihnen mindestens ein Fall eines sexualisierten Übergriffs gegen einen minderjährigen Jungen. Diese ersten Zwischenergebnisse legten Sozialwissenschaftler und Historiker gestern vor. Insgesamt zählten sie zwölf Vorwürfe gegen den populären Kirchenmann zwischen den 1950er und 1980er Jahren. Der heutige Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck bat um Entschuldigung für seinen Umgang mit den Vorwürfen. Er habe sich nicht vorstellen können, dass Hengsbach zu solchen Taten fähig gewesen sein soll. Er sei einem Muster gefolgt, nämlich einen Amtsträger zu schützen: „Genau dieses Muster dürfen wir nicht wiederholen.“