Beirut – Hisbollah-Generalsekretär Naim Kassim hat das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon als „Erniedrigung“, „Schande“ und „Verzicht auf die Souveränität“ bezeichnet und dessen Aufhebung gefordert. An die libanesische Regierung gerichtet, sagte Kassim einem Statement des Hisbollah-TV-Senders zufolge, es sei an der Zeit von Fehlentscheidungen abzurücken.
Kassim kritisierte, dass ein israelischer Rückzug aus dem Südlibanon an die Entwaffnung der Hisbollah geknüpft werde. Dies überschreite „rote Linien“, ermögliche Israel Einfluss auf innere Angelegenheiten des Libanons und legitimiere eine Besatzung. Regierungsvertreter Israels und des Libanons hatten seit mehreren Tagen unter Vermittlung der USA in Washington verhandelt. Die Schiiten-Miliz – die als wichtigster nicht staatlicher Verbündeter Irans gilt – nahm nicht teil.
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben im Südlibanon mehrere Hisbollah-Kämpfer getötet. Der Vorfall im Bereich der Stadt Nabatija ereignete sich trotz der Waffenruhe und der Vereinbarung des Rahmenabkommens. Die Hisbollah-Kämpfer seien mit einer Panzerabwehrrakete bewaffnet gewesen, hieß es in der Mitteilung der israelischen Armee.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu will derweil nach den Neuwahlen eine möglichst breite Koalition bilden. Er wolle „keine rechtsgerichtete Regierung, keine linksgerichtete Regierung, die von arabischen Parteien abhängig ist, sondern eine breit aufgestellte nationale Regierung“, sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache. Die Parlamentswahlen sind spätestens für den 27. Oktober angesetzt.