Trump droht wieder mit Vernichtung

von Redaktion

Der Start von Raketen- und Drohneneinheiten während einer Übung der Islamischen Revolutionsgarden im Persischen Golf 2025. © Sepahnews/dpa

Washington/Teheran – Er droht wieder mit Vernichtung. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran angedroht, es könne „ein Punkt kommen, an dem wir nicht mehr vernünftig sein können und gezwungen sein werden, das Werk, das wir sehr erfolgreich begonnen haben, militärisch zu vollenden. Sollte das geschehen, wird die Islamische Republik Iran nicht mehr existieren!“ In einem Internet-Post schimpfte Trump: „Es ist gut möglich, dass sie es nie lernen werden.“

Kein Zweifel: Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen weiter zu. Am Wochenende verübten US-Streitkräfte nach eigenen Angaben erneut einen Vergeltungsschlag gegen den Iran. Mehrere Ziele – darunter Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Überwachungsinfrastruktur – seien angegriffen worden, teilte das Regionalkommando Centcom mit. Grund sei ein Angriff des Irans auf einen Frachter gewesen.

Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) reagierten prompt. Eigenen Angaben zufolge griff die iranische Eliteeinheit Ziele in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain an. In den frühen Morgenstunden hätten die Marine und Luftwaffe in einem gemeinsamen Raketen- und Drohneneinsatz acht wichtige Infrastrukturziele der US-Armee in den beiden Ländern zerstört, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News mit. Es handle sich um Ziele auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ali Al-Salem in Kuwait und der 5. US-Marineflotte in Mina Salman, Bahrain. Es war der zweite US-Angriff auf den Iran seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den beiden Ländern Mitte Juni.

Die Iranischen Revolutionsgarden betonten in ihrer Mitteilung, die Angriffe in Kuwait und Bahrain seien eine Reaktion auf die jüngste US-Aggression. Die USA hätten damit gegen das Rahmenabkommen mit Teheran zur Beilegung des Krieges und die geltende Waffenruhe verstoßen. Gemäß dem Abkommen gebe es Vereinbarungen mit der Islamischen Republik zur Kontrolle des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus, so die IRGC. Von nun an würden Schiffe, die gegen die Vereinbarung verstießen, mit größerer Härte als bisher bekämpft. Jegliche Aggression des Feindes werde eine vernichtende Antwort nach sich ziehen. Dem Feind sollte bewusst sein, dass ein Bruch der Waffenruhe den gesamten Prozess beenden werde.

Der einflussreiche iranische Klerus drängt nach den jüngsten Angriffen auf einen Abbruch der Verhandlungen. In einer Erklärung der theologischen Zentren in der Pilgerstadt Ghom wurden der Präsident, die Mitglieder des Sicherheitsrats sowie das Verhandlungsteam aufgefordert, bei einem erneuten Vertragsbruch die Gespräche unverzüglich zu beenden. Ein Vertragsbruch stelle eine Missachtung des Rahmenabkommens dar, heißt es in der Erklärung, die über den Staatssender Irib verlesen wurde.

Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz hatte bereits vor dem Vergeltungsschlag des Irans gemahnt, dass ein weiterer US-Angriff auf die islamische Republik das Problem um die umkämpfte Meerenge nicht lösen, sondern nur zu weiteren Gegenschlägen führen werde. „Der Iran wird wahrscheinlich reagieren, und diese Reaktionen werden sich unweigerlich auf die Straße von Hormus auswirken“, sagte Citrinowicz. Die US-Regierung müsse nun strategisch entscheiden. „Die Regierung kann nicht sowohl uneingeschränkte Freiheit der Schifffahrt als auch ein tragfähiges Abkommen mit dem Iran erwarten, ohne auf Teherans Kernposition in dieser Frage einzugehen.“

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