Temperaturen von über 40 Grad, saunaartige Zustände in Kliniken, Pflegeheimen und Klassenzimmern – die Hitze hat Deutschland eiskalt erwischt. Wer hätte auch ahnen können, dass es im Sommer heiß wird? Aber Spott beiseite: Das Thema ist ernst. Wieder einmal schaut das Ausland verwundert auf das einstige Vorbild Deutschland, das Land, in dem die Bahn wegen hoher Temperaturen vom Reisen abrät und flächendeckend Klimageräte fehlen.
Für ideologiegetriebene Debatten ist dabei keine Zeit: Ja, Klimaanlagen sind Stromfresser, wiewohl die Technologie voranschreitet und die Geräte ja just im Sommer benötigt werden, wenn die Solaranlagen (zum Glück haben wir sie) Strom im Überfluss produzieren. Und ja, die Klimakrise ist Fakt, und man muss sie bekämpfen – regional, national und international, trotz etlicher Rückschläge (Trump und sein Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen) und hartnäckiger Leugner.
Aber die Menschen – Senioren und Schulkinder zuerst – benötigen jetzt schnell wirkenden Schutz. Daher sollte man sich nicht lange mit dem Warten auf nationale Vorgaben aufhalten, sondern handeln. Gefragt sind zuvorderst die Kommunen, die Träger von Schulen wie Kliniken sind. Gerade haben sie, auch wenn ein Mehr natürlich immer gut wäre, eine wuchtige finanzielle Entlastung durch den Bund erhalten. Diese Spielräume sollten sie nutzen und in Klimaschutz für die eigenen vier Wände investieren. Die Bandbreite der Maßnahmen ist groß und vergleichsweise simpel. Es gibt Nebelduschen, die auf Stadtplätzen eine kühlende Gischt versprühen. Gegen glühend heiße Stadtplätze helfen Bäume, in Trögen oder echt gepflanzt, weshalb auch die Ziele des soeben in München gestarteten „Baumentscheids“ für mehr Grün in der Stadt so abwegig nicht sind. Vor allem aber sollte man Klimageräte kaufen und installieren. Das ist kein Hexenwerk, spätestens bis zum nächsten Sommer sollte der Fortschritt (am Thermometer) messbar sein.DIRK.WALTER@OVB.NET