Das Hufeisen biegt sich

von Redaktion

BSW sucht Anschluss bei AfD

Früher stellte man sich das Parteienspektrum wie einen Strich vor: ganz rechts und ganz links unüberbrückbar am weitesten auseinander. Heute wird, stark vereinfacht und etwas spöttisch, eher vom „Hufeisen“ gesprochen: Die extremen Ränder nähern sich an. Jüngster Beleg ist der Werbe-Brief des BSW an die AfD, der Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennt, Doppel-Wahlkampfauftritte und die vereinte Abwahl der Ministerpräsidenten von CDU und SPD im Osten vorschlägt.

Die Nähe ist nicht neu, sie ist längst da. Beide Parteien sprechen ähnliche Wähler an, die zornig sind über die etablierten Parteien, Sorgen haben und wenig Vertrauen in Institutionen und Medien. Sie haben ähnliches Personal: die begabten Populistinnen Sahra Wagenknecht und Alice Weidel. Die Inhalte bei BSW und AfD sind ähnlich: Putin-Nähe, der Ruf zur Rückkehr zur russischen Energie, Skepsis gegenüber Aufrüstung, Migration und EU. Einziger Unterschied: Die Ost-AfD liegt bei 40 plus X, das BSW an der Fünfer-Hürde. Natürlich ist der BSW-Brief deshalb vor allem ein Schrei um Aufmerksamkeit.

Vergeblich? Wer weiß – in Sachsen-Anhalt fehlen der AfD nur Zentimeter zur Macht, eine Absprache mit dem BSW könnte zu Mehrheiten ab September verhelfen. Und in der Union wird gemurmelt, ob das sogar noch das kleinere Übel wäre, als selbst eine Regierung bilden zu müssen – ohne Mehrheit, geduldet von der Linken, die Merz als faschistisch beschimpfte.

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