Großbritannien: Geflüchtete sollen zahlen

von Redaktion

London/München – Menschen, die sich in Großbritannien um Asyl bewerben, sollen künftig zu den Kosten für ihre Unterbringung und Unterstützung beitragen. Das berichteten britische Medien unter Berufung auf das Innenministerium.

Demnach sollen Betroffene bis zu 10.000 Pfund – umgerechnet mehr als 11.000 Euro – pro Person zurückzahlen, sobald sie über ein Einkommen verfügen. Der Betrag soll in monatlichen Raten entrichtet werden, ähnlich wie bei einem Kredit. Erst wenn der Betrag vollständig beglichen ist, gibt es demnach Anspruch auf einen dauerhaften Aufenthaltsstatus.

Der Nachrichtenagentur PA zufolge wurden im vergangenen Jahr etwa vier Milliarden Pfund für die Unterkünfte und Unterstützung von Asylsuchenden ausgegeben. Innenministerin Mahmood bezeichnete diesen Betrag als zu hoch. „Sobald Menschen einen Beitrag leisten und die Großzügigkeit der britischen Bevölkerung zurückzahlen können, erwarten wir von ihnen, dass sie dies tun“, sagte sie. Eine Unterstützung für Asylsuchende sei ein Recht, aber „auch mit Verantwortung verbunden“.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Pläne. Die Direktorin des Migration Observatory von der Universität Oxford mahnte, nur ein kleiner Teil der Geflüchteten verdiene genug, um einen Beitrag leisten zu können.

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