KOMMENTAR

Die dicke Rechnung kommt zum Schluss

von Redaktion

Dauerkrise bei der Baywa

Bis zu 700 Millionen Euro an Schuldenerlass und mindestens 220 Millionen Euro an frischem Kapital – die Baywa-Rettung entwickelt sich für Banken und Aktionäre zum Fass ohne Boden. Auch wenn diese riesigen Summen erst in drei Jahren fällig werden und sich noch ändern können: Dass ein hoher dreistelliger Millionenbetrag weg sein wird, gilt für Insider und Experten als ausgemacht. Im schlimmsten Fall verlieren Bayerns Genossenschaften sogar ihren 30-Prozent-Anteil an der Baywa. Sie mussten ihre Aktien in eine Treuhandgesellschaft verschieben. Es droht die Enteignung.

Wer nun auf Klaus Josef Lutz schimpft, mag zumindest nicht ganz falsch liegen. Der Ex-Chef der Baywa, gegen den Ermittlungen laufen, ist das Gesicht des halsbrecherischen Expansionskurses, der das einst solide Traditionshaus letztlich in die Krise geführt hat. Das alles passierte direkt vor den Augen der Politik.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Banken, Aktionäre und Genossenschaften haben den Expansionskurs in dieser Zeit über viele Jahre und ohne großes Murren mitgetragen. Die dicke Rechnung dafür bekommen sie heute präsentiert.ANDREAS.HOESS@OVB.NET

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