Geschäftsmodell: Trump mit der gleichnamigen 5-Millionen-Dollar-Karte, die einen beschleunigten Zugang zur US-Aufenthaltsgenehmigung bietet. © dpa
München – Vor diesem Gesetz sind alle gleich, sogar Donald Trump. Seit 1978 verpflichtet es alle Präsidenten und Vizepräsidenten der USA, jährlich ihre Einkünfte und Vermögenswerte offenzulegen. Es ist nicht bloß eine freiwillige Auslegung wie bei der Steuererklärung, die Trump beharrlich verweigert. Jetzt sind die Zahlen für 2025 da.
Das Ergebnis ist spektakulär, nicht nur wegen seines Inhalts. Außergewöhnlich ist bereits der Umfang der Auflistung – fast 1000 Seiten. Trump hat ein geschäftlich dermaßen gutes Jahr hinter sich, dass die US-Regierung sich beeilte zu versichern, es gebe keinerlei Interessenkonflikte.
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Allein mit Kryptowährungen hat Trump 2025 rund 1,2 Milliarden Dollar verdient. 500 Millionen nahm das Unternehmen World Liberty Financial ein, das von seiner Familie kontrolliert wird – selbstverständlich strikt unabhängig vom Präsidenten, wie das Weiße Haus regelmäßig versichert. Aber dass die Grenzen fließend sind, zeigt ein weiterer Großposten in der Bilanz.
635 Millionen Dollar kassierte Trump demnach mit Lizenzgebühren für sogenannte Meme Coins. Im Kern geht es um den Handel mit digitalen Münzen, die etwa Bilder aus dem Internet oder der Popkultur aufgreifen. Kurz vor seinem Amtsantritt hatte Trump einen Coin mit seinem Gesicht herausgebracht. Die Digitalmünze trug den sinnigen Namen „$TRUMP“. Selten hat der Präsident seinen Hang zum schnellen Dollar anschaulicher illustriert.
Privatvermögen: 6,5 Milliarden Dollar
Der Vorgang ist auch deshalb so delikat, weil Präsident Trump die Regulierungen für die Kryptobranche rigoros abbaut, was wiederum dem Unternehmer Trump (und seiner Familie) geschäftlich zugutekommt. Kaum weniger anrüchig erscheint die Begnadigung des chinesisch-kanadischen Geschäftsmannes Changpeng Zhao, Gründer der Digitalwährungsbörse Binance, der wegen Verstößen gegen das Geldwäschegesetz verurteilt worden war. Nach Trumps Wiederwahl fand Zhao bald einen neuen Geschäftspartner – in World Liberty Financial, der Firma der Präsidentenfamilie..
Verglichen mit den Kryptomilliarden wirken andere Einnahmen fast schon überschaubar. Mehr als 80 Millionen Dollar gab es aus Vergleichen mit Medienunternehmen. So zahlte Paramount 16 Millionen, um eine Klage Trumps abzuwenden, obwohl Juristen sie ohnehin für aussichtslos hielten. Hintergrund: Paramount brauchte für die Übernahme der Produktionsfirma Skydance die Zustimmung der Trump-Regierung. Auch Lizenzgebühren durch Immobilienentwickler, die ihre Bauten mit dem Namen Trump schmücken, erreichten eine siebenstellige Höhe.
Schamgrenzen gibt es keine. Mal sind es goldene Turnschuhe, die er unters Volk bringt, mal eine Trump-Bibel. Für das Superbowl-Finale gab es zehn Karten (50.000 Dollar), für das Endspiel der Fußball-WM demnächst ebenfalls.
Die Beschwichtigungen aus dem Weißen Haus – alles ganz sauber, keinerlei Interessenkonflikte – sind mittlerweile Routine. Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Trump zu Jahresbeginn fleißig in Apple-Aktien investiert hatte. Als er dann Mitte Mai nach China reiste, gehörte auch Apple-Chef Tim Cook zur US-Delegation.
Die Geschäfte laufen besser denn je. Das Magazin „Forbes“ hat errechnet, dass sich Trumps Privatvermögen zwischen 2024 und 2026 nahezu verdreifacht hat – von 2,3 Milliarden auf 6,5 Milliarden Dollar.MIT DPA