Die AfD und ihr Gruß an die NSDAP

von Redaktion

Parteitag in Thüringen

Ausgerechnet Thüringen. Ausgerechnet der 4. Juli. Nicht weit weg von Weimar, wo vor 100 Jahren die NSDAP ihren ersten Reichsparteitag nach Aufhebung des Parteienverbots abhielt, kommt die Bundes-AfD am Samstag in Erfurt zusammen. Nur Zufall, beteuert die Partei. Der frühere Geschichtslehrer Björn Höcke, Chef der Thüringer „Alternative“, weiß es vermutlich besser. Es ist ein augenzwinkernder Gruß an den rechten Flügel.

Der Parteitag wird, auch dank der Ortswahl, die gewünschten Bilder liefern: 50.000 Demonstranten werden erwartet, darunter 2500 gewaltbereite Linksextremisten auch aus anderen Ländern. Inakzeptable Gewaltankündigungen wie Dachbesetzungen hagelt es schon jetzt. Blockaden wird es geben und eine empörte AfD-Chefin Alice Weidel in ihrer Lieblingsrolle der verfolgten Unschuld. Und ein Großaufgebot an Polizisten, die den Kopf hinhalten müssen, damit linke und rechte Demokratieverächter ihre Show abziehen können.

Natürlich: In Deutschland gilt die Versammlungsfreiheit. Das gilt für die AfD genauso wie für die Friedlichen unter den Demonstranten. Beiden muss die Polizei die Wahrnehmung ihrer demokratischen Rechte ermöglichen. Dabei tut es auch nichts zur Sache, dass einzelne AfD-Politiker immer wieder zu erkennen geben, wie wenig sie von unserer freiheitlichen Demokratie halten. Einer ihrer Landtagsabgeordneten verhöhnte zuletzt die deutsche Fußball-Nationalelf, weil ihr auch „Nicht-Volksdeutsche“ angehören. Darauf kann sich jeder selbst seinen Reim machen. Was die Sache so ärgerlich macht, ist, dass beide, Links- wie Rechtsradikale, unseren Staat, zu dessen Verteidigern sie sich aufspielen, in Wahrheit vorführen. Wer, wie der neue Linkenchef Luigi Pantisano, schon die Merz-CDU als „faschistisch“ brandmarkt, will wie die AfD die Gesellschaft spalten. Für Leute wie ihn und seine linksextremistischen Brüder im Geiste, aber auch für Alice Weidel und Tino Chrupalla steigt am Samstag ein Hochfest auf Steuerzahlerkosten. Friedliche Demonstranten müssen aufpassen, dass sie nicht zwischen die Fronten geraten und sich zu Statisten im Erfurter Schmierentheater machen lassen.GEORG.ANASTASIADIS@OVB.NET

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