Im Ausland sorgt das Reformpaket für Kritik und Lob in den Medien. Eine Auswahl:
In der „Neuen Zürcher Zeitung“ heißt es, insgesamt zeige die Regierung mit ihrem Reformpaket zwar die Bereitschaft, sich gegen den wirtschaftlichen Niedergang zu stemmen. „Doch eine Reform auf Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners, wie sie die Regierung jetzt vorgelegt hat, reicht als Remedur gegen die tiefen Strukturprobleme der deutschen Wirtschaft nicht.“ Remedur beschreibt die Beseitigung von Missständen, in der Schweiz ist es ein gebräuchliches Wort. Um Deutschland wirklich wieder nach vorn zu bringen, müsse die Regierung viel mehr tun. „Erst wenn die Staatsausgaben im Vergleich zur Wirtschaftsleistung sinken, können Unternehmertum, wirtschaftliche Dynamik und Wohlstand wieder aufblühen. Das ist leider nicht in Sicht.“
Aus Italien hieß es von der Zeitung „La Stampa“: „Wird das von der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz beschlossene Paket mit 34 Maßnahmen ausreichen, um die Welle der Politikverdrossenheit einzudämmen, die laut Umfragen der extremen Rechten, der AfD, immer mehr Zustimmung verschafft? (…) Wahrscheinlich nicht.“ Vor allem deshalb, weil die Reformen Zeit brauchten, bis sie vollständig umgesetzt sind und erste Wirkungen zeigen.
Die konservative polnische Tageszeitung „Rzeczpospolita“ lobte die angekündigten Sozialreformen. „Dies ist der Beginn notwendiger, aber für einen Teil der Gesellschaft schmerzhafter Reformen. Auch für die 2,6 Millionen deutschen Millionäre, die wahrscheinlich höhere Steuern zahlen werden.“ Den meisten Deutschen gehe es nicht schlecht. „Das hindert sie jedoch nicht daran, sich trotz des hohen Lebensstandards, der guten Arbeitsbedingungen und des äußerst großzügigen Sozialsystems zu beschweren. Nach Ansicht von Soziologen ist das Jammern zu einer Art Nationalsport geworden.“