Kiew/Washington – 9,5 Meter lang, 855 Kilometer Reichweite: Hat die Ukraine ihre neue Superrakete FP-9 erstmals eingesetzt? Zumindest legt das eine offizielle Verlautbarung des russischen Verteidigungsministeriums nahe, wonach eine „operativ-taktische weitreichende Rakete“ abgeschossen worden sei. Seit Monaten wird darüber spekuliert, dass die wichtigste ukrainische Drohnenfabrik Firepoint an einer Langstrecken-Waffe baut, der FP-9. Die Höchstgeschwindigkeit gibt das Portal „Army Recognition“ mit mehr als Mach 7 an, also siebenmal so schnell wie die Schallgeschwindigkeit. Sie soll Ziele in Moskau und St. Petersburg erreichen können.
Sollte die Ukraine tatsächlich kurz vor einem eigenen ballistischen System mit dieser Reichweite stehen, könnte das den Krieg spürbar verändern: Russland müsste dann deutlich mehr wichtige Ziele tief im eigenen Hinterland schützen.
Vor diesem Hintergrund ist auch der neue US-Anlauf für Friedensverhandlungen interessant: Aus Anlass der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit telefonierte Donald Trump sowohl mit Wladimir Putin als auch mit Wolodymyr Selenskyj. Trump und Putin hätten mit Blick auf Trumps Teilnahme an dem Nato-Gipfel ab morgen „über die Frage einer Lösung in der Ukraine“ gesprochen, sagte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow. Selenskyj erklärte, es bestehe „die Aussicht, den Krieg zu beenden“. Am Mittwoch trifft er sich in Ankara mit Trump.KR