KOMMENTAR

Diese Aktivisten schaden der Demokratie

von Redaktion

Angriffe auf Reporter

Das tückische an moralischer Selbsterhöhung ist die gewaltige Fallhöhe. Die Organisatoren des Bündnisses „Widersetzen“, die sich im Vorfeld des AfD-Parteitags in Erfurt zu Verteidigern der Demokratie aufgeblasen hatten, finden es offenbar in Ordnung, Gewalt einzusetzen, wenn sie denn die richtigen trifft. In diesem Fall Reporter des rechtsgerichteten Portals „Apollo News“, dessen Arbeit man nicht mögen, aber respektieren muss. Mit der Relativierung der Übergriffe zeigen die Aktivisten im Grunde nur, wie wenig sie das verstanden haben, was sie zu verteidigen vorgeben.

Sie schaden damit nicht nur den Abertausenden, die friedlich in Erfurt demonstriert haben. Sie nutzen auch der AfD, die selbst ein, vorsichtig formuliert, nicht konfliktfreies Verhältnis zum „etablierten“ Journalismus hat, nun aber nicht zu Unrecht auf die linken Randalierer zeigen kann. Dabei ist die Denke hier wie dort gleich: Wer nicht ist wie ich, wird abgewertet. Von sich selbst ergriffen, werfen die Aktivisten von BSW bis Union alles in den „Faschismus“-Topf, was nicht „Alerta“ ruft. Ignoranter geht es nicht. Mit solchen Leuten ist der Demokratie nicht geholfen.

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