Wasser-Appell an Aiwanger

von Redaktion

Landsberg/München – Wegen der ungeklärten Trinkwasserversorgung fordern Kommunalpolitiker aus Landsberg am Lech von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger eine Aussetzung der Erdgassuche unweit des Ammersees. „Die Versorgung der Bevölkerung im Landkreis mit Trinkwasser ist zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge und muss Vorrang vor der Suche nach neuen Gasquellen haben“, heißt es in einem Brief von Landrätin Daniela Groß (Grüne) an den Chef der Freien Wähler. Das Schreiben wurde zudem von den Bürgermeistern aus Reichling, Utting, Dießen, Vilgertshofen, Rott und Pürgen sowie den Vertretern der betroffenen Wasserversorger unterzeichnet.

Im Landkreis Landsberg am Lech wird derzeit nach einer Trinkwasserquelle gesucht, die den Menschen in der von der Gassuche betroffenen Gemeinde eine sichere und saubere Versorgung ermöglicht. Dies ist in der Gemeinde Reichling insofern von besonderer Bedeutung, da hier aktuell auch nach Erdgas gesucht wird. Die Gemeinde wird aktuell über zwei Wassergewinnungsanlagen mit Trinkwasser versorgt, jedoch ist ein Brunnen nicht ausreichend, um beide Ortsteile dauerhaft zu versorgen. Deshalb laufen schon länger Bohrungen nach einem weiteren Brunnen – laut Landratsamt aber bisher vergeblich.

Aus Sicht der Kommunalpolitiker sollte deshalb die erteilte Genehmigung für die Gassuche im Gebiet „Lech Ost“ erst verlängert werden, wenn „die Suche nach einem neuen Standort für einen Brunnen der Gemeinde Reichling und die tatsächliche Lage der Trinkwassereinzugsgebiete in den betroffenen Gemeinden und Zweckverbänden abgeschlossen ist“, heißt es in dem Brief. Solange die Wassereinzugsgebiete in der Gemeinde nicht festgelegt seien und die Brunnensuche laufe, „wäre es kontraproduktiv, in genau diesem Gebiet eine Aufsuchungserlaubnis für solche Bohrungen zu verlängern“.

Landrätin Groß und ihre Mitunterzeichner verweisen zudem auf die Sorge, dass infolge der Gassuche das Trinkwasser verunreinigt wird. „Laut Ankündigungen der beteiligten Firmen ist im Aufsuchungsgebiet ,Lech Ost‘ mit bis zu zehn Bohrungen nach Gas zu rechnen“, heißt es im Schreiben. Diese drohten die Suche nach Standorten für Trinkwasserbrunnen zu erschweren, da durch die Bohrungen grundwasserschützende Schichten geschwächt würden. „Schadstoffeinträge in das Grundwasser sind leichter möglich.“

In dem Zusammenhang wird auch auf die jüngste Hitzewelle verwiesen. „So ist zudem mit einem steigenden Bedarf an Wasser sowohl für Haushalte, Gewerbe, aber insbesondere auch die Landwirtschaft zu rechnen.“ Unterstützung kommt vom Bund Naturschutz: „Die Gasbohrungen in Reichling und der Region schaden der Allgemeinheit. Die Ende dieses Monats auslaufende Konzession darf nicht verlängert werden“, fordert der Landesvorsitzende Martin Geilhufe.DPA

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