Iran: Angriffe statt Verhandlungen

von Redaktion

Vergeltung angekündigt: Das Blatt „Hamshahri“ veröffentlicht eine Collage, auf der auch Kanzler Merz zu sehen ist.

Teheran/Washington – Mit ihren jüngsten Angriffen haben die USA aus Sicht von Präsident Donald Trump dem Iran einen schweren Schlag versetzt. „Wir haben sie letzte Nacht hart getroffen“, sagte Trump am Sonntag in einem Interview mit dem US-Sender CNN.

Die US-Armee hatte nach eigenen Angaben etwa 140 militärische Ziele im Iran angegriffen, nachdem die iranischen Revolutionsgarden ein Schiff in der Straße von Hormus attackiert hatten. Teheran reagierte mit Angriffen auf Ziele in mehreren Golfstaaten, darunter Katar und Oman. Außerdem erklärten die iranischen Revolutionsgarden, die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus bleibe „bis auf Weiteres und bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in dieser Region gesperrt“.

Die US-Armee wies dies am Sonntag zurück. „Der Iran kontrolliert die Meerenge nicht. Der Verkehr fließt“, erklärte das zuständige US-Regionalkommando Centcom.

Nach der Vereinbarung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat hatte vorübergehend relative Ruhe in der Region geherrscht. Außer einer Waffenruhe sah die Einigung vor, dass die USA und der Iran binnen 60 Tagen eine dauerhafte Vereinbarung zur Beendigung des Ende Februar begonnenen Krieges aushandeln.

Trump sagte dazu auf CNN, der Iran habe am Samstag kurz vor einem „Deal“ gestanden. „Sie waren dabei, alles aufzugeben, und dann plötzlich, zwei Stunden später, trafen sie ein Schiff mit einer Drohne“, fügte der US-Präsident hinzu. „Diese Leute, mit denen ist etwas faul.“

Trump drohte dem Iran zuletzt auch im Falle eines Mordkomplotts gegen ihn mit einer „vollständigen“ Vernichtung. „1000 Raketen sind scharf gemacht und auf die Islamische Republik Iran gerichtet“, erklärte der US-Präsident. „Das US-Militär ist bereit, willens und in der Lage, über einen Zeitraum von einem Jahr – mit der Option auf Verlängerung – sämtliche Gebiete des Iran vollständig zu vernichten und zu zerstören.“

Der Iran erhob derweil Anschuldigungen gegen die USA: „Die Zeit der einseitigen Abmachungen ist VORBEI. Wir haben es euch gesagt: Haltet euer Wort oder zahlt den Preis“, so der iranische Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf.

Eine iranische Tageszeitung veröffentlichte eine Grafik mit Racheaufrufen gegen Politiker aus dem Westen. Auf seiner Website publizierte das Blatt „Hamshahri“ eine Collage, die Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu mit einem Fadenkreuz auf der Stirn zeigt. Auf der Grafik sind zudem die Köpfe europäischer Regierungschefs zu sehen, allesamt in orangefarbenen Gewändern, wie sie für US-Häftlinge typisch sind. So abgebildet ist auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Eine Liste derjenigen, die auf die Vergeltung des iranischen Volkes warten müssen“, schreibt die Zeitung. „Die Verbrecher werden den Wunsch nach einem ruhigen Tod mit ins Grab nehmen.“

Am Samstag hatte Irans Führung Vergeltung für die Tötung des Ende Februar getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei geschworen. „Rache ist die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen“, hieß es in einer Mitteilung, die Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba zugeschrieben wurde. Iraner hielten Schilder in die Höhe, auf denen stand: „Hey Trump! Wir werden dich töten.“

Eigentlich soll seit einigen Wochen darüber verhandelt werden, wie langfristig Frieden herrschen kann. Es galt auch eine Waffenruhe. Doch Trump sieht diese als beendet an.

Begonnen hat der Krieg vor rund dreieinhalb Monaten. Da haben die USA und Israel den Iran angegriffen. Sie finden, das Land sei eine zu große Gefahr. Denn die Herrschenden hätten das Ziel, gefährliche Atomwaffen herzustellen.

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