Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Sonntag eine größere Regierungsumbildung angekündigt. Er wolle Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko sowie die Chefs einiger Strafverfolgungsbehörden austauschen. Er begründete dies unter anderem mit einem außenpolitischen Strategiewechsel, um Beziehungen zu Schlüsselpartnern zu stärken. Er dankte Swyrydenko für ihren Einsatz und kündigte an, ihr die Leitung der Diplomatie mit den wichtigsten Partnern der Ukraine anzubieten.
Unterdessen haben in der Nacht zum Sonntag ukrainische Drohnen erneut Ziele im russischen Hinterland attackiert. Schlagzeilen machte der Angriff auf eine Raffinerie im russischen Wolgagebiet Samara, 800 Kilometer von der Front entfernt. Die Anlage selbst geriet Augenzeugen zufolge in Brand – und vergrößert damit die Sorgen der Russen bei der Treibstoffversorgung. Der Generalstab in Kiew meldete später aber auch Angriffe auf Schiffe im Asowschen Meer. Zehn Öltanker und vier Fähren seien getroffen worden, heißt es in der Mitteilung.
Die ukrainische Hauptstadt Kiew erlebt indessen in diesen Tagen beispiellose Angriffe. Bürgermeister Vitali Klitschko spricht angesichts mehrerer schwerer russischer Luftangriffe in den vergangenen Tagen von einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs durch Moskau. Er habe so etwas seit Kriegsbeginn noch nicht erlebt.