US-Senator und Trump-Freund Graham ist tot

von Redaktion

Merz: Er war ein Freund Deutschlands – Republikaner war einst Kritiker, dann Vertrauter des Präsidenten

Prägte die US-Außenpolitik: Lindsey Graham © dpa

Washington – Der langjährige republikanische Senator und Trump-Verbündete Lindsey Graham ist tot. Er ist nach Angaben seines Büros am Samstagabend nach kurzer und schwerer Krankheit gestorben. Graham hatte am Donnerstag seinen 71. Geburtstag gefeiert.

Wie überraschend sein Tod kam, macht nicht zuletzt sein voller Terminkalender deutlich. Gerade schüttelte er noch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew die Hand, für Sonntag war ein Interview im US-Fernsehen geplant. Bei den wichtigen Zwischenwahlen im November wollte er für eine fünfte Amtszeit im Senat antreten.

„Senator Lindsey Graham, einer der großartigsten Menschen und Senatoren, die ich je gekannt habe“, schrieb US-Präsident Donald Trump nun. Auch die beiden Ex-Präsidenten Joe Biden und George W. Bush meldeten sich zu Wort. Seine Frau Jill und er seien „schockiert“, erklärte Biden. Bush nannte Graham einen freundlichen Menschen, „der unser Land liebte und ihm gern diente“. Auch Kanzler Friedrich Merz zeigte sich betroffen. Graham sei ein echter Freund und Partner Deutschlands im transatlantischen Bündnis gewesen, schrieb der CDU-Politiker.

Graham vertrat den US-Bundesstaat South Carolina ab Mitte der 90er-Jahre zunächst im Repräsentantenhaus. 2003 begann seine erste Amtszeit als Senator. Er galt als erfahrener Außenpolitiker und beschäftigte sich bis zuletzt mit den großen Konfliktherden. Vor wenigen Tagen konnte er der Ukraine die Botschaft überbringen, dass das Weiße Haus ein neues Sanktionsgesetz unterstütze. Im Iran sprach er sich für einen Machtwechsel aus. Merz lobte Graham in dem Zusammenhang bei der Münchner Sicherheitskonferenz, „weil er gesagt hat, dass dieses Regime verschwinden muss“.

Trump und Graham waren nicht immer so gut befreundet. Als damalige Konkurrenten im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner übte Graham 2015 öffentlich harsche Kritik an Trump. Trump sei ein „rassistischer, fremdenfeindlicher, religiöser Fanatiker“, der nicht die Werte der republikanischen Partei vertrete, sagte er damals. In den vergangenen Jahren entwickelte er sich aber zum einflussreichen Verbündeten von Trump und folgte seiner Linie.

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