Berlin – Die Berliner Senatskanzlei bleibt bei ihrer Aussage, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner habe schon zu Beginn des mehrtägigen Stromausfalls mit Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU) telefoniert. Das Gespräch habe am 4. Januar um 19.57 Uhr stattgefunden und vier Minuten gedauert, sagte ein Sprecher der Senatskanzlei. Merz habe Wegner an dem Abend zurückgerufen. Das Bundeskanzleramt hat das Telefongespräch allerdings nicht bestätigt.
Ein Sprecher der Bundesregierung wies am Samstagabend darauf hin, dass nicht sämtliche Gespräche und Telefonate des Kanzlers erfasst und auch üblicherweise nicht dokumentiert würden. „Im Übrigen ist dem Bundeskanzler ein solches Telefonat nicht erinnerlich.“ Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.
Der „Tagesspiegel“ hatte am Freitag aus einem Schreiben des Kanzleramts mit einer Antwort auf Fragen der Zeitung zitiert. Darin heißt es, in dem Verfahren „wird mitgeteilt, dass, soweit feststellbar, der Bundeskanzler während der Dauer des fragegegenständlichen Stromausfalls in Berlin im Januar 2026 kein persönliches Gespräch mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Wegner geführt hat, weder in Anwesenheit persönlich noch telefonisch“.
Ein Regierungssprecher bestätigte daraufhin diese Informationen aus einem Schriftsatz des Bundeskanzleramts an das Verwaltungsgericht Berlin.
Wegner steht unter anderem wegen widersprüchlicher und falscher Angaben dazu, mit wem er zu Beginn des Blackouts telefoniert hat, seit Langem in der Kritik. Am Freitagnachmittag erklärte er bei einer überraschend angekündigten Pressekonferenz seinen Rückzug als Spitzenkandidat der CDU bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September.