Der gescheiterte Mossad-Plan „Gestiefelter Kater“

von Redaktion

Ausgerechnet mithilfe des Israel-Hassers Ahmadinedschad wollte Netanjahu die Mullahs stürzen

Irans Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad. © KENARE/AFP

München/Tel Aviv – Der israelische Präsident Benjamin Netanjahu wollte das iranische Regime mit einem verrückt klingenden Plan stürzen – und scheiterte offenbar grandios. Ausgerechnet der als besonders radikaler Israel-Hasser regierende Ex-Präsident des Iran Mahmud Ahmadinedschad, sollte vom israelischen Geheimdienst Mossad umgedreht werden, berichtet die „New York Times“. Die Anfang 2024 wachsende Unzufriedenheit der Iraner mit dem Mullah-Regime sollte für einen Umsturz ausgenutzt werden – und der einstige Hardliner Ahmadinedschad als neuer Iran-Herrscher eingesetzt werden. Vorbild des Plans war der Sturz von Syriens Diktator Baschar al-Assad Ende 2024 durch die islamistischen Milizen des heutigen Präsidenten Ahmed al-Sharaa.

Israels Geheimdienste registrierten aufmerksam Ahmadinedschads wachsende Opposition gegen das Mullah-Regime um den Obersten Führer Ali Chamenei. So entstand Netanjahus Idee, den Holocaust-Leugner und Antisemiten als Verbündeten für einen Machtwechsel zu rekrutieren. Die Operation, die beim Mossad unter dem Namen „Gestiefelter Kater“ lief, war schon weit gediehen: Zweimal traf sich der mit den Mullahs im Clinch liegende Ahmadinedschad mit israelischen Geheimdienst-Vertretern, um den Umsturz konkret zu planen – bei Auslandsreisen in Guatemala und Ungarn. Ahmadinedschad, 2005 bis 2013 Irans Präsident, soll dabei versprochen haben, für einen gemäßigteren Iran zu stehen, der nicht mehr nach Atomwaffen streben werde. In Budapest traf er sich sogar persönlich mit dem damaligen Mossad-Chef David Barnea.

In israelischen Sicherheitskreisen war der Plan extrem umstritten, doch Netanjahu hielt daran fest. Während der US-israelischen Angriffe sei Ahmadinedschad sogar vom Mossad in ein Safe House, eine sichere Unterkunft, gebracht worden. Doch der Ex-Präsident war offenbar über die Angriffe so empört, dass er die Zusammenarbeit mit Israel abbrach. Zudem schöpften die Mullahs Verdacht. Ahmadinedschad soll derzeit unter Hausarrest stehen. Bei den Trauerfeiern für den durch die US-Angriffe getöteten geistlichen Führer Chamenei tauchte er erstmals wieder öffentlich auf, abgeschirmt von Sicherheitskräften, das Gesicht hinter einer Maske verborgen, so der „Spiegel“.

Teil des Plans sei es auch gewesen, die kurdische Minderheit für den iranischen Umsturz zu instrumentalisieren. Das lehnte US-Präsident Donald Trump mit den Worten ab, der Krieg „sei schon kompliziert genug“.KLAUS RIMPEL

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