Wird in der Landeshauptstadt das Wasser knapp, ist das nicht nur ein Münchner Problem. Es betrifft auch das Umland – bis zum Alpenrand in den Landkreisen Miesbach und Garmisch-Partenkirchen. Denn von dort kommt das meiste Trinkwasser, das München zur grünen Wirtschaftsmetropole mit viel Lebensqualität macht.
Wird etwas knapp, stellt sich die Frage: Kann man einfach auffüllen? Oder muss man sparen? Beim Trinkwasser ist mehr abzapfen schwierig, da das Nass trotz großer Vorkommen nicht unbegrenzt verfügbar ist – die Pegel sinken. Und auch die Bewohner dieser Landstriche brauchen Wasser – nicht zu vergessen die Natur.
Will München wachsen, muss die Versorgung sicher sein. Und zwar in Absprache mit dem Umland, aus dem das Wasser stammt. Denn damit München trinken, baden und gießen kann, müssen die Gewinnungsregionen strenge Auflagen durch größere oder neue Wasserschutzzonen erdulden – Eingriffe in Eigentum und die Entwicklung der Kommunen. Kein Wunder also, dass dort von den Münchnern ein sparsamer, zumindest aber bewusster Wasserverbrauch erwartet wird.
Und nicht nur das. Gerade weil München im großen Stil baut, lassen sich hier neue Wege beim Wassermanagement einschlagen. Etwa die konsequente Nutzung von Regenwasser und die Weiterverwendung von sogenanntem Grauwasser, das nicht mehr als Trinkwasser geeignet ist, aber noch gut für die WC-Spülung infrage kommt.
Wasserknappheit ist damit nicht nur ein Thema für eine Hitzewoche im Juli, sondern eine Daueraufgabe. München steht in der Pflicht, seine Expansionspläne mit Blick auf die Versorgungssicherheit zu hinterfragen und dauerhaft an einem ressourcenschonenden Verbrauch zu arbeiten. Weiter so bis zum letzten Tropfen ist keine Lösung.