Teenager, die zu zweit auf dem E-Scooter halsbrecherisch an Fußgängern vorbeikurven – natürlich ohne Helm: Wer sich durch den Straßenverkehr bewegt, wundert sich nicht über die dramatischen Fakten aus der Unfallstatistik: Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ist um satte 38 Prozent auf 16.496 Unfälle gestiegen – 38 Menschen starben. Das, was Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer 2019 medienwirksam als Verkehrsmittel der Zukunft anpries, ist zum Albtraum aller Notärzte geworden, die tagtäglich mit schlimmsten Schädelverletzungen und komplizierten Brüchen durch die allgegenwärtigen Elektro-Roller konfrontiert sind.
Eine Helmpflicht müsste her – die aber wohl nicht kommen wird, weil sie das Geschäft der E-Scooter-Anbieter vermiesen würde. Zumindest aber sollte die Altersgrenze für die Nutzung der gefährlichen Flitzer von derzeit 14 hochgesetzt werden. Und geltende Regeln, wie das Verbot, zu zweit zu fahren, sollten endlich konsequent durchgesetzt werden. Angesichts der hohen Unfallzahlen sollte zudem über eine Führerschein-Pflicht für E-Scooter nachgedacht werden.KLAUS.RIMPEL@OVB.NET