Schlammschlacht in der NRW-AfD

von Redaktion

Machtkampf eskaliert – Vorwurf der Einschüchterung und Erpressung

München – Der Machtkampf der AfD in Nordrhein-Westfalen eskaliert – und offenbar findet dort auch ein Stellvertreterkrieg im Streit zwischen den Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla statt. Sven Tritschler, der erbitterte Kontrahent des NRW-Landeschefs Martin Vincentz, wurde auf Wunsch Weidels zu Beginn des Monats zum stellvertretenden AfD-Bundeschef erhoben. Chrupalla wiederum zählt zu Vincentz‘ Unterstützern.

In einer internen Chatgruppe sollen Tritschler und andere Weidel nahestehende AfD-Mitglieder die Blockade des AfD-Landesparteitags in Marl am vergangenen Sonntag orchestriert haben. Ziel dieser Chatgruppe sei es gewesen, den Parteitag mit „Spaßkandidaten“ zu sprengen, so der Vorwurf von Vincentz.

Tatsächlich hatten sich für einen einzigen Listenplatz fast 100 Kandidaten beworben. Das Tritschler-Lager wirft der Gegenseite vor, Delegierte gezielt eingeschüchtert und erpresst zu haben. Laut „Zeit“ gibt es deshalb sogar eine Strafanzeige. Der Parteitag wurde abgebrochen, obwohl erst 20 der rund 80 vorgesehenen Kandidaten für die Landtagswahl-Liste gewählt worden waren. Er soll heute fortgesetzt werden.

Ein vom Bundesvorstand entsandter Mediator konnte den Streit nicht schlichten: Das Friedensgespräch wurde nach nur fünf Minuten abgebrochen. Der Mediator sei „ungeeignet“, weil er zum Weidel-Lager gehöre, so Vincentz. Der Landeschef greift Weidel wegen der „Sabotage“ des Parteitages direkt an: Er sei „fassungslos, dass eine Bundessprecherin sich nicht klar von derartigen undemokratischen, Antifa-ähnlichen Auswüchsen distanziert“. Hingegen bedankte sich der Landeschef ausdrücklich für die Unterstützung ihres Co-Chefs Tino Chrupalla, der sich gegen die Blockade ausgesprochen hatte.KLAUS RIMPEL

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