Kanzler Friedrich Merz (re.) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. © dpa
Brühl – Frankreich und Deutschland gehen bei der frisch vereinbarten Kooperation bei der nuklearen Abschreckung nun in die konkrete Umsetzung. Unter Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron tagte in einer Wartungshalle des Militärflugplatz Nörvenich bei Köln der deutsch-französische Verteidigungs- und Sicherheitsrat. Man leitete die erstmalige Beteiligung Deutschlands an einer französischen Nuklearübung in die Wege.
Kampfjets hatten bereits am Donnerstag an einer kleinen Übung teilgenommen, um den praktischen Beginn der Nuklear-Kooperation zu markieren. Sie wurden im französischen Luftraum von einem französischen Tankflugzeug mit Treibstoff versorgt. Das Ganze dauerte zwei Stunden. Die Rafale sind für den Einsatz von Atomwaffen ausgelegt. Macron hatte europäischen Partnern bereits vor Jahren angeboten, unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs zu rücken. Neben Großbritannien ist es das einzige westeuropäische Land, das über Atomwaffen verfügt. In Deutschland sind derzeit US-Atombomben als Teil der nuklearen Abschreckung der Nato stationiert, für deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Kampfjets bereitstellt.