Es gibt wenige Alltagsthemen, die so polarisieren wie Homöopathie. Die einen schwören darauf, die anderen raufen sich die Haare. Beides ist in Ordnung, solange es nicht gefährlich wird – und jeder für seine homöopathische Behandlung selbst bezahlt.
Dass Krankenkassen bald nicht mehr für Homöopathie aufkommen dürfen, ist richtig. Dabei ging es ohnehin oft eher um eine Werbemaßnahme mit Blick auf alternativen Ansätzen zugewandte Kreise als um Überzeugungstaten. Das soll nicht heißen, dass jeder, der selbst homöopathische Mittel anwendet, im Unrecht ist. Zuwendung, das Gefühl, etwas gegen ein Leiden zu tun, und auch der Placeboeffekt können Wunder wirken – wenn es nicht um ernste Erkrankungen geht. Wer auch dann immer noch allein auf Kügelchen vertraut, ist schlecht beraten.
Die nun beendete Homöopathie-Studie des Landtags ist daher in doppelter Hinsicht ein Problem. Zum einen, weil der Steuerzahler mit Hunderttausenden Euro zur Kasse gebeten wurde – erwartbar ohne relevantes Ergebnis. Letztlich wurde auch dieses Mal kein Beleg für eine Wirksamkeit homöopathischer Mittel gefunden, die über die von Placebos hinausgeht. Dass seit 2019 trotzdem mehrfach der Eindruck entstand, Bayerns Parlament glaube mehrheitlich, Homöopathie könne sogar Antibiotika im Einsatz gegen gefährliche Keime ersetzen, lässt wirklich staunen.