Jeder Bahnfahrer kennt das: angetrunkene Mitreisende, die von irgendeinem Fest oder Konzert kommen, Junggesellenabschied feiern oder zum Fußball fahren. Meist ist das nur laut und nervig, gelegentlich wird es auch richtig unangenehm. Da kann man die Bahn schon verstehen, wenn sie aus Sicherheitsbedenken (auch für ihre Mitarbeiter) über ein Alkoholverbot an Bahnhöfen nachdenkt.
Und trotzdem sollte man den Plan kritisch hinterfragen. Denn das Verbot braucht es eher nicht für Huglfing, Gmund oder Plattling, sondern in Großstädten wie Hamburg, München oder Frankfurt. Und dort gilt es längst, wird in der Regel aber kaum durchgesetzt. Im Gegenteil: Sogar an den Kiosken kann man Bier kaufen. Für das größte Unsicherheitsgefühl sorgen eher die Abhängigen harter Drogen.
Wichtiger: Die Bahn galt schon immer als Verkehrsmittel für alle, die das Auto besser stehen lassen. Don‘t drink and drive! Wer nun auch zur Wiesn oder bei Spielen des FC Bayern ein Alkoholverbot ausspricht, macht den Großteil der Kunden zu Gesetzesbrechern, ohne dass sich ein Verbot durchsetzen lässt. Die Akzeptanz für Regeln stärkt man so nicht.