London – Der neue britische Premierminister verliert keine Zeit – kurz nach seiner Ernennung hat Andy Burnham das Kabinett neu geordnet und zu seiner ersten Sitzung einberufen. Dabei erklärte er den Ministerinnen und Ministern, sie müssten eine Regierung sein, die sich für die Lebenshaltungskosten einsetzt und den Menschen das Gefühl vermittelt, „dass Hilfe kommt“, wie die BBC berichtete. Bereits am Morgen gab es mit einer Senkung der Mehrwertsteuer auf Stromrechnungen für Privathaushalte die erste Maßnahme.
Noch am Vortag hatte der Premier mit der Kabinettsaufstellung begonnen und nun erstmals mehr Frauen berufen als Männer. Von den 23 Regierungsmitgliedern sind zwölf Frauen und elf Männer.
Überraschend machte Burnham John Healey zum Finanzminister. Healey hatte das Kabinett im Juni aus Protest gegen den Kurs von Burnhams Vorgänger Keir Starmer verlassen. Vor allem ging es um die Höhe der Verteidigungsausgaben.
Ebenso überraschend wurde der ehemalige Gesundheitsminister Wes Streeting als Verteidigungsminister berufen. Streeting galt kurzzeitig als Rivale für Burnham um den Parteivorsitz. Neuer Außenminister ist der bisherige Energieminister und ehemalige Labour-Parteivorsitzende Ed Miliband. Sein älterer Bruder David war Außenminister im Kabinett von Premier Gordon Brown. Die bisherige Chefin im Foreign Office, Yvette Cooper, ist jetzt Gesundheitsministerin.
Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Premiers war ein Telefonat mit US-Präsident Donald Trump. Unter Starmer war das Verhältnis merklich abgekühlt, was vor allem aber an Trump lag. Der versicherte nun, das Gespräch mit Burnham sei „sehr gut“ verlaufen.