Modi sucht Gespräch mit „Kakerlaken“

von Redaktion

Indische Regierung geht auf junge Protestbewegung zu

Neu-Delhi – Angesichts anhaltender Proteste der „Kakerlaken“-Bewegung in Indien hat die Regierung neue Gespräche angeboten. Die Regierung sei bereit, „jederzeit mit unseren jungen Freunden über alle Themen zu diskutieren“. Die junge Protestbewegung, die sich immer mehr im ganzen Land ausbreitet, entwickelt sich nach Einschätzung von Beobachtern zu einer großen Herausforderung für die Regierung von Premierminister Narendra Modi.

In einer ersten Reaktion auf die Gesprächsvorschläge sagte ein Sprecher der „Kakerlaken-Volkspartei“ (CJP), die Regierung solle zu ihnen mit konkreten Angeboten kommen. Auch müsse sie sagen, bis wann sie Forderungen der CJP erfülle. „Sie (die Regierung) sind mächtige Leute, wir sind einfache Leute, aber im Moment steht die Bevölkerung dieses Landes hinter uns“, sagte der Sprecher vor tausenden Anhängern an einem seit Wochen besetzten Kundgebungsort in Neu-Delhi.

Die CJP fordert unter anderem den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan und Reformen im Bildungssystem. Pradhan soll nach ihrer Meinung die politische Verantwortung für einen Skandal um geleakte Dokumente einer Hochschul-Zugangsprüfung übernehmen. Mehr als zwei Millionen Studienanwärter waren davon betroffen. Modi äußerte sich erstmals öffentlich zu dem Skandal und kündigte zügige Strafverfahren an. Die Regierung habe entschieden, Gerichte für beschleunigte Verfahren einzusetzen, um eine rasche und konsequente Bestrafung derjenigen zu gewährleisten, die in die Weitergabe von Prüfungsunterlagen verwickelt seien.

Zuletzt war es in der Hauptstadt bei Protesten zu schweren Zusammenstößen zwischen Anhängern der CJP und der Polizei gekommen. Zahlreiche Menschen wurden dabei auf beiden Seiten verletzt.

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